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SILKE STUTZKE – ’Ultralangstreckenlauf ist ihr Leben’ – Amtsblatt Gemeinde Wandlitz vom 02.02.2013

URL: http://daten.verwaltungsportal.de/dateien/amtsblatt/f79c70a98070caf2233a488a904f256a_amtsblatt_12013.pdf

Amtsblatt für die Gemeinde Wandlitz vom 02.02.2013, Seite 18

Soweit die Füße tragen: Ultralangstreckenlauf ist ihr Leben

Silke Stutzke, Sportlerin des Jahres 2012 kommt aus Klosterfelde

Laufen ist ihr Leben. Aber nicht Feierabend-Jogging, ein Halb- oder gar ein Marathon stehen auf dem Programm von Silke Stutzke. Die 44-jährige Klosterfelderin hat sich dem Ultralangstreckenlauf verschrieben. Für ihre Lauferfolge wurde sie Ende November bei der traditionellen Sportgala des Landkreises als Sportlerin des Jahres 2012 ausgezeichnet. Ein toller Erfolg! Die Amtsblatt-Redaktion sprach mit Silke Stutzke über ihr „extremes“ Hobby.

Amtsblatt: Frau Stutzke, unter Ultralangstreckenlauf oder Ultramarathon können sich wohl nur die Wenigsten etwas vorstellen. Was ist das?

Silke Stutzke: Prinzipiell nennt man alles Ultramarathon, was länger als ein Marathon, also 42,195 km ist. Dazu zählen neben dem etwa 72 km langen Rennsteiglauf auch 100 km-Läufe oder Läufe über eine bestimmt Zeit. Bei 24-Stundenläufen z.B. gilt es, in dieser Zeit so viele Kilometer zurückzulegen, wie möglich. Meine Bestleistung steht hier bei etwa 186 km.

Amtsblatt: Wann haben Sie Ihre Leidenschaft für diese nicht nur körperlich, sondern auch zeitlich sehr intensive Sportart entdeckt?

Silke Stutzke: Ich begann mit Anfang 30 zunächst mit dem Laufen, um mich einfach etwas mehr zu bewegen. 2005 wagte ich mich an meinen ersten Marathon und absolvierte diesen in rund vier Stunden gleich recht gut. So beschloss ich, dass es gern etwas weiter gehen darf und probierte im nahen Bernau den 6-Stundenlauf. Da auch dieser mit mehr als 60 km bei der Premiere gleich gut klappte, dehnte ich das Laufen immer mehr aus. Marathon und länger habe ich im Wettkampf mittlerweile 119-mal zurückgelegt.

Amtsblatt: Wie sieht Ihr normales Trainingsprogramm aus und wie bereiten Sie sich vor, wenn es auf einen Wettkampf zugeht?

Silke Stutzke: Ich trainiere jeden Tag und das nach einem Trainingsplan. Derzeit heißt das zweimal in der Woche Tempotraining und mindestens einen langen Lauf am Wochenende. An den anderen Tagen laufe ich zwischen 12 und 15 km. Der lange Lauf kann auch schon mal 50 bis 60 km betragen. Das nimmt dann schon viel Zeit des Wochenendes in Anspruch. Das Pensum in Spitzenzeiten beträgt bis zu 150 Wochenkilometer. Um hier Familie und Sport unter einen Hut zu bringen, nutze ich oft meinen weiten Arbeitsweg von Berlin zum Training am Abend.

Amtsblatt: Was war bisher Ihre längste Laufstrecke und wie viel Zeit haben Sie dafür gebraucht?

Silke Stutzke: Ich hatte ja vorher schon vom 24-Stundenlauf berichtet. Ansonsten lief ich auch bereits zweimal von München nach Innsbruck nonstop, das sind 160 km.

Amtsblatt: Der Badwater Ultramarathon in den USA zählt zu den härtesten Läufen der Welt. Die Strecke führt über mehr als 217 Kilometer von Badwater im Death Valley auf den Mount Whitney in Kalifornien. Wäre die Teilnahme an so einem Lauf ein Traum für Sie?

Silke Stutzke: Badwater ist finanziell für mich nicht machbar. Die Teilnahme hier kostet gut und gern 10.000 Euro. Man muss sich ein eigenes Supporterteam mitbringen und dieses fährt im Mietwagen mit und versorgt den Sportler. Das alles muss man selbst fi nanzieren. Dazu kommt die Reise in die USA. Es gibt aber eine ähnliche Veranstaltung auch in Deutschland. Die Tortour de Ruhr z.B. Hier sind 230 km nonstop zu laufen, die ganze Ruhr entlang. Dies ist mein Lauftraum für 2014. Der Veranstalter hat mir signalisiert, dass ich für den Lauf qualifiziert wäre. Nun muss ich mich noch gezielt darauf vorbereiten und das Jahr 2013 wird ganz im Zeichen dessen stehen.

Amtsblatt: Sie arbeiten ganztags als Fremdsprachensekretärin an der Humboldt Universität in Berlin. Außerdem haben Sie auch Familie. Wie lässt sich das mit dem intensiven Training verbinden?

Silke Stutzke: Meine Familie ist sehr verständnisvoll. Mein Mann ist Sportlehrer und schreibt meine Trainingspläne, unser Sohn geht in Berlin auf die Sportschule. Und es ist ansonsten eine Frage von gutem Zeitmanagement. Man kann natürlich nicht lange schlafen am Samstag, wenn man neben dem langen Lauf noch etwas vom Tag haben will.

Amtsblatt: Über welchen physischen und mentalen Eigenschaften muss ein Läufer verfügen, der extrem lange Distanzen zurücklegen möchte?

Silke Stutzke: Man muss mental stark sein, einen starken Willen haben, etwas zu schaff en. Seine vermeintlichen Grenzen auch mal überwinden. Beim Ultralaufen kommt jeder irgendwann an einen Punkt, wo man denkt dass es nicht mehr geht. Ich bin schon fünf Mal die Strecke von Berlin nach Usedom gelaufen. Das ist ein Etappenlauf von 325 km, der in fünf Tagen zurückgelegt wird. Nach zwei langen Etappen von mehr als 60 km kommt Etappe drei mit etwa 70 km. Da können die Beine morgens schon mal müde sein oder man denkt, man kann das nicht mehr schaff en. Das muss man beiseiteschieben können.

Amtsblatt: Was ist für Sie das Schöne am langen Laufen?

Silke Stutzke: Irgendwann ist der Kopf ganz leicht und leer. Und wenn ich nicht gerade im Wettkampf, sondern allein für mich einen langen Lauf mache, dann bekomme ich so viel Schönes unterwegs zu sehen.

Amtsblatt: Herzlichen Dank für das Interview und weiterhin viel Spaß beim Laufen.

14.2.13 13:51

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