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'Bundestrainer Weigel: „Marathon ist eine Arbeitsdisziplin“' - HNA Online vom 04.05.2012

URL: http://www.hna.de/magazin/stadt-kassel/kassel-marathon/marathon-eine-arbeitsdisziplin-2304594.html

Hessisch/Niedersächsische Allgemeine vom 04.05.2012

Samstagsinterview: Bundestrainer Ronald Weigel über Top-Läufer und Breitensportler

Bundestrainer Weigel: „Marathon ist eine Arbeitsdisziplin“

Kassel. Der Marathon ist nicht nur Leistungssport, sondern auch ein Massen-Phänomen. Viele wollen einfach dabei sein, andere haben ein Ziel, und ganz wenige laufen weit vorn. Wir sprachen mit dem Marathon-Bundestrainer Ronald Weigel über Marathon als Spitzen- und Breitensport.

Ralf Salzmann aus Kassel war fünfmal Deutscher Meister im Marathon. Seine Bestzeit lag 1988 bei 2:10 Stunden. Heute werden 2:12 als Olympianorm gefordert, aber nicht gebracht. Woran liegt das?

Weigel: Seit Jahren gab es keine konzeptionelle Linie. Ich fühle mich immer noch als Nachlassverwalter. Ich hoffe, dass wir nach Olympia einen Neuanfang starten können.

Nicht nur, dass die deutschen Läufer wie Falk Cierpinski oder Jan Fitschen die Norm nicht schaffen. Immer wieder, wie am vergangenen Wochenende in Düsseldorf, steigen sie sogar aus. Gibt es dafür eine Erklärung?

Weigel: Einige Athleten können scheinbar nicht mit dem Druck umgehen. Andere merken unterwegs, dass sie vom Norm-Kurs abweichen und steigen aus. Ich halte das für einen Fehler. Wenn man durchläuft, hat man wenigstens eine Hausnummer.

Durchgelaufen ist am vergangenen Sonntag in Düsseldorf auch die ehemalige Kasselerin Anna Hahner. Am Ende fehlten ihr 14 Sekunden an der Olympia-Norm für London. Darf sie trotzdem mit?

Weigel: Wenn es nach mir ginge, schon, denn sie hat sich durchgebissen und ist nur knapp an den 2:30 Stunden gescheitert. Susanne Hahn und Irina Mikitenko sind bisher gesetzt. Leider entscheidet das Nationale Olympische Komitee erst Anfang Juli.

Wie erklären Sie sich die Dominanz der Afrikaner?

Weigel: Natürlich kann läuferischer Erfolg den Lebensstandard in afrikanischen Ländern beträchtlich heben. Fakt ist aber auch, dass wir Deutschen überall hingefahren werden. Das ist dort nicht so. Bewegung ist dort das, was es hier auch sein sollte: eine Normalität.

Fehlt deutschen Läufern die Härte gegen sich selbst?

Hat noch Pläne: Marathon-Bundestrainer Ronald Weigel. © Archivoto: dpa

Weigel: Manchmal schon. Marathon ist eine Arbeitsdisziplin. Man muss sich jeden Tag aufs Neue beweisen. Bei uns fehlt aber auch die Routine im Umgang mit Konkurrenz. In Afrika laufen täglich 30 oder 40 Läufer gegeneinander. Da wird die Auseinandersetzung mit dem Gegner geschult, während sich bei uns die Athleten allein schinden.

Was unternehmen Sie, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken?

Weigel: Ein Schwerpunkt muss eine gezielte Nachwuchsarbeit sein. Mit einer konzeptionellen Führung und hauptamtlich bezahlten Trainern muss der Entwicklungsprozess erfolgen. Die Konzentration der besten Läufer an ausgewählten Standorten ist eine weitere Voraussetzung für eine positive Leistungsentwicklung. Der Gedankenaustausch zwischen den Trainern muss intensiviert werden. Die wenigen Spitzenathleten müssen nach der gleichen Methodik trainieren. Das Überangebot der Läufe lockt oft mit Preisgeldern, obwohl die Läufe nicht ins Training passen.

Wie beurteilen Sie diese breitensportliche Dynamik?

Weigel: Es ist schön zu sehen, wie das Interesse an diesen Veranstaltungen stetig steigt, und es belebt auch die Sportszene in Deutschland, aber leider nicht direkt den Leistungssport. Einige Leute verdienen eben daran.

Stört Sie das?

Weigel: Nein, im Gegenteil. Ich könnte mir vorstellen, eine Kooperation mit Straßenlauf-Organisatoren einzugehen. Gegen einen kleinen Beitrag für die Spitzenförderung könnten Spitzenathleten vor Ort sein, um die Veranstaltung zu repräsentieren, Autogramme zu geben oder mitzulaufen, wenn es ins Trainingsprogramm passt.

Auch in Kassel findet in zwei Wochen wieder ein Marathon statt. Schon mal mit dem Veranstaltungschef Winfried Aufenanger gesprochen?

Weigel: Natürlich. Aufi ist ein Urgestein in der Laufszene. Er engagiert sich voll für seine Athleten, für seinen Verein und für den Eon Mitte Kassel Marathon. Ich war im letzten Jahr während der Deutschen Meisterschaften in Kassel, konnte aber neue Einladungen bisher nicht wahrnehmen. Leider.

Von Martin Scholz

7.5.12 13:12

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